Regionalgruppenvortrag am 13.05.2003

Das W-Modell
Vorteile der agilen Prozesse in einem konservativen Umfeld nutzen

Prof. Dr. Andreas Spillner, HS Bremen

Derzeit gibt es eine angeregte Diskussion über die Verwendung von agilen Prozessmodellen in der Softwareentwicklung. Allerdings ist vielen Firmen der Wechsel von ihrem bisherigen Vorgehen (z. B. Wasserfall- oder allgemeines V-Modell) hin zu einem agilen Prozess ein zu großer Schritt mit zu vielen Veränderungen und Unwägbarkeiten. Im Vortrag wird ein Prozessmodell (W-Modell) vorgestellt, das einige der Vorteile der agilen Prozesse aufgreift und bei dessen Einführung nur kleinere Veränderungen des bisherigen Softwareentwicklungsprozesses notwendig werden. Das allgemein bekannte V-Modell wird explizit um frühzeitige Testaktivitäten erweitert. Reviews der erstellten Dokumente werden dazu genutzt, die erarbeiteten Zwischenprodukte auch unter Test-Gesichtspunkten zu analysieren und die Informationen zur Testvorbereitung zu nutzen (intensive und frühzeitige Zusammenarbeit von Testern und Entwicklern). Nach der Programmierung wird im W-Modell bei den einzelnen Teststufen zwischen Testausführung und Debugging unterschieden. Auch hier ist eine enge Zusammenarbeit von Entwicklern und Testern erforderlich. Das W-Modell wird in einigen Firmen bereits erfolgreich eingesetzt.
Am Ende des Vortrags wird das internationale Qualifizierungsprogramm "Certified Tester" vorgestellt.